Dieser Titel bildet das dritte Hörspiel aus dem Hause HEAROIC und das zweite aus der Reihe der ‚Masters of the Universe‘. 2006 legte die Geschäftsführung den Grundstein für die Produktion eines weiteren Abenteuers rund um die beliebten Charaktere von Eternia. Auch ohne Lizenz wurde wieder ein Vertrieb auf Selbstkostenbasis ermöglicht. Wie zuvor konnte das Hörspiel exklusiv über das Internet bestellt werden und wurde im Juli 2007 an die Fans verschickt.
Wie sein Vorgänger ‚Eine Falle für He-Man‘ ist auch ‚Das Grauen aus der Tiefe‘ ein Fan-Hörspiel im weiteren Sinne. Dieses Mal allerdings, waren die Voraussetzungen ganz andere. War man beim Erstling gerade in Sachen Story und Charaktere durch den Werbecharakter der Produktion noch an strikte Vorgaben gebunden, so konnte man dieses Mal der Fantasie freieren Lauf lassen. Ohne sich zeitlich genau einzuordnen, finden die Geschehnisse nach der letzten Episode des neuen Cartoons statt. In ‚Das Grauen aus der Tiefe‘ bedient sich He-Man der neuen Kräfte seines Zauberschwertes, welche er zum ersten Mal im Kampf gegen den Schlangengott nutzte. Die Story ist wesentlich komplexer als jene des ersten Abenteuers, was auch der Grund für die längere Spielzeit ist. Bot der Vorgänger noch 35 Minuten Unterhaltung, erstreckt sich ‚Das Grauen aus der Tiefe‘ nun fast auf die doppelte Länge. Dabei wirkt die Geschichte zu keinem Zeitpunkt zu lang oder gar aufgesetzt.
Das Sprecherensemble setzt sich wieder aus Fans der Masters, sowie erfahrenen Profis zusammen. Bereits in ‚Eine Falle für He-Man‘ war Klaus-Dieter Klebsch als die Stimme Skeletors zu hören. Dieser ist auch beim zweiten Abenteuer wieder mit von der Partie und verkörpert das diabolische Skelettgesicht einmal mehr in überzeugendster Weise. Neu in der Sprecherriege ist Tobias Kluckert, der Originalsprecher des He-Man im neuen Cartoon. Mit Kluckerts Besetzung reagierte HEAROIC auf die Kritik der Fans an der Stimme He-Mans im ersten Hörspiel. Ebenfalls neu dabei ist Engelbert von Nordhausen, die Stimme Skeletors aus dem Realfilm mit Dolph Lundgren. Mit Klebsch und von Nordhausen sind somit sogar zwei Original-Skeletors mit an Bord. Auch für die Fans der Classic-Masters ist wieder etwas Besonderes dabei. Dieses Mal integrierte man jedoch keine Zitate oder spielte auf Handlungen der Classic-Hörspiele an, wie noch im vorangegangenen Masters-Hörspiel.
Zum einen ist die Einleitung des Abenteuers angelehnt an jene der Classic-Hörspiele 1 und 5, welche in den 80igern in einer Sonderauflage bestimmten Figuren beilagen. Das Intro wurde von der damaligen Stimme Buzz-Offs, Lutz Mackensy, gesprochen. In der Hommage führt nun Tobias Kluckert nach dem Vorbild des Originals in die Welt der Masters ein und schließt ebenfalls mit der Ankündigung des Kampfes der Giganten. Zum anderen besetzte man zwei Rollen mit alten Bekannten. Die eine ist König Randor, der von Helgo Liebig, dem He-Man des Classic-Cartoons, gesprochen wird. Die andere ist die des Dekker, dem Kriegsveteranen und ehemaligen Ausbilder von Man-At-Arms. Passenderweise wird dieser von Karl Walter Diess verkörpert, dem Ur-Waffenmeister aus den Classic-Hörspielen.
Die Produktion lässt sich aber nicht nur wegen der Sprecherriege sehen. Man bemerkt sofort, dass man auch in Bezug auf die Geräuscheffekte dazugelernt hat. Diese waren schon im Erstlingswerk sehr überzeugend, und doch erkennt man in diesem Bereich deutliche Verbesserungen. Auch in Sachen Soundtrack hat sich etwas getan. Neben dem ‚Great Hero‘-Thema, welches neu aufgearbeitet wird, unterstützen einige von Benjamin Riedel neu komponierte Titel die teils actiongeladene, teils bedrückende Atmosphäre des Abenteuers.
Optisch steht ‚Das Grauen aus der Tiefe‘ seinem Vorgänger in nichts nach. Im Gegenteil, man legte nochmal nach. Auf den ersten Blick fällt das speziell für die Geschichte angefertigte Coverbild auf, welches eine Szene des Hörspiel einfängt. Auch die Rückseite des Covers sowie das Inlay sind in derselben liebevollen Art gestaltet, wie jene von ‚Eine Falle für He-Man‘. Im Booklet wird erneut ein ausführlicher Einblick in die Arbeit zum Hörspiel gewährt, dieses Mal sogar inklusive zweier Skizzen. War die CD des Vorgängers noch normal bedruckt, wurde der Tonträger zu ‚Das Grauen aus der Tiefe‘ sogar mit einem hochwertigen Reliefdruck versehen. Als Bonus findet man zwei Trailer, einer zum Hörspiel ‚Tony Ballard‘, welches von Jörg Schuler aus dem HEAROIC-Team abgemischt wurde, der andere zur HEAROIC Produktion ‚MIND‘. Wer Spaß an den Outtakes des Erstlings hatte, kann sich außerdem auf ein verstecktes Extra am Ende von Track 17 freuen!
‚Das Grauen aus der Tiefe‘ kam bei den Hörern durchweg gut an. Neben viel Lob gab es aber natürlich auch wieder kritische Anmerkungen. Diesbezüglich wurde beispielsweise die Besetzung des Herrschers von Avion, Stratos, genannt. Die Stimme würde der Vorstellung des Charakters, als Kriegsveteran und Führungsperson, nicht gerecht. Ein Punkt, dem HEAROIC bei der nächsten Produktion besondere Beachtung schenken wird. Ein Lob hingegen ist für Jörg Schuler angebracht, den Sprecher des Beastman. Dieser klingt, als sei er geradewegs aus dem Cartoon entsprungen und steht damit der Leistung des Original-Beastmans, Tilo Schmitz, in nichts nach.
Dass sich HEAROIC für die Kritik der Hörer interessiert und diese auch umsetzt, beweist die bereits erwähnte Neubesetzung von He-Man. Tobias Kluckert übernimmt nun die Rolle des Stärksten der Starken, den er schon im Cartoon überzeugend in Szene setzte, während Björn Korthof weiterhin als Prinz von Eternia zu hören ist.
Fazit:
Mit ‚Das Grauen aus der Tiefe’ präsentiert HEAROIC eine weitaus komplexere Geschichte, welche es versteht, den Hörer fast doppelt so lange zu fesseln, wie noch beim ersten Ausflug nach Eternia. Beim Sprecherensemble kann man hier durchaus von einem Staraufgebot sprechen und auch die Effekte wurden noch ein ganzes Stück verbessert. Zusammen mit dem schon für das erste komponierten und für dieses Hörspiel noch erweiterten Soundtrack erzeugt man eine wunderbar bedrohliche und bedrückende Atmosphäre.
Mochte man ‚Eine Falle für He-Man‘, dann wird man von ‚Das Grauen aus der Tiefe’ begeistert sein, denn es übertrifft den Vorgänger in allen Belangen! Aber auch wenn man den Erstling nicht kennt, bietet das zweite Masters-Hörspiel einen optimalen Einstieg in die Welt der Bewohner von Eternia.
Ein Review von Torsten Paubandt
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